Corona-Krise hat Gießerei-Industrie weiter fest im Griff

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Die Gießerei-Industrie in Deutschlands steckt weiterhin in Corona-bedingter Krise fest und erwartet eine wirtschaftliche Erholung erst gegen Ende 2021.

Zwar hat sich die Auftragslage der Gießerei-Industrie leicht gebessert, doch bleiben die Erwartungen für 2020 Corona-bedingt auf sehr niedrigem Niveau. Die Branche nimmt Kapazitätsanpassungen vor und auch der Personalabbau wird zunehmend ein Thema. Dies sind zentrale Befunde aus der fünften Umfrage vom Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie (BDG), die Ende August / Anfang September bei 80 Mitgliedsfirmen durchgeführt wurde.

Seit der ersten Umfrage im März dieses Jahres befragt der BDG seine Mitgliedsunternehmen monatlich in der Coronakrise und erfasst damit kontinuierlich die wirtschaftliche Situation der deutschen Gießereibranche. Das Grundgerüst gleicher Fragen wird situativ ergänzt. Die jetzt fünfte Umfrage bestand nun nach der Sommerpause aus acht Fragen.

Auftragslage nach Corona-Einbruch leicht verbessert

Zu den von Beginn an abgefragten Themen: „Spüren Sie aktuell Auswirkungen des Coronavirus auf den Betriebsablauf“ hatten bei der Erstbefragung im März 76 % der befragten Unternehmen solche gespürt. Dieser Wert war bis Mai auf 99 % gestiegen und liegt mit der aktuellen Umfrage wieder beim April-Wert von 96 %. Ein gravierender Punkt bleiben „Auftragseinbußen“, die mit 92 % Nennung erneut auf sehr hohem Niveau liegen.

Eine positive Änderung gibt es bei der „Aktuellen Entwicklung der Auftragseingänge“: Unter den Antwortmöglichkeiten „abnehmender“, „gleichbleibender“ und „zunehmender“ Auftragseingang liegt letztere Kategorie in der September-Befragung eindeutig vorn. „Maschinenbau“ (55 %) und „Sonstige Branche“ (53 %) weisen die höchsten Werte auf; am schwächsten ausgeprägt ist der positive Trend beim „Fahrzeugbau“ mit 45 % Nennung. Auch beim Ausblick auf den mutmaßlichen Auftragseingang in den kommenden drei Monaten überwiegt die positive Einschätzung – ebenfalls mit der geringsten Erwartung an den Fahrzeugbau. Das ist ein alarmierendes Zeichen, da der Fahrzeugbau den mit Abstand wichtigsten Abnehmerkreis der Gießereien darstellt.

Branche reagiert mit Kapazitätsanpassungen und Personalabbau

Leicht verschärft hat sich aus Sicht der deutschen Gießereien auch das Thema „Kapazitätsanpassungen“. Die Frage danach bejahen 87 % der befragten Betriebe, was einen neuen Höchststand darstellt. Verschoben haben sich die Antworten bei den konkreten Instrumenten. Leicht gesunken ist die „Kurzarbeit“, die mit 76 % unter dem Juni-Wert von 81 % liegt. Nochmals gestiegen ist indes der Wert beim „Personalabbau“, und zwar von 29 % (Mai) über 34 % (Juni) auf jetzt 39 %. Diese Entwicklung führt Max Schumacher, Hauptgeschäftsführer des BDG, auf die Absatzschwäche in der Automobilindustrie zurück.

Gießereien erwartet länger anhaltende Krise

Deutschlands Gießereien erwarten eine längere Dauer der Krise: Eine relative Mehrheit von 45 % der befragten Betriebe rechnet mit einer Zeitspanne von mehr als einem Jahr, um zur Normalauslastung zurückzukehren, weitere 38 % erwarten eine Krisendauer von sechs bis 12 Monaten.

Entsprechend pessimistisch ist die Einschätzung bei Produktion und Umsatz für das laufende Jahr 2020. Mit mehr als 10 % Einbuße rechnen 86 % der Befragten für die Produktion bzw. 88 % beim Umsatz.

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