Europäische Alufolienindustrie: Inlandsproduktion stabil, Exporte hoch dynamisch

Europäische Alufolienindustrie: Inlandsproduktion stabil, Exporte hoch dynamisch

Zur Jahresmitte 2019 präsentiert sich die europäische Aluminiumfolienproduktion mit einem leichten Anstieg von knapp 1 Prozent gegenüber dem Halbjahr 2018.

Während die europäische Nachfrage weiterhin schwach tendiert, entwickeln sich die Exporte in Märkte außerhalb der Region ausgesprochen dynamisch. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres stieg der Auslandsabsatz um 34,6% und damit mehr als doppelt so stark wie im gesamten Vorjahr, wie der europäische Aluminiumfolienverband EAFA mitteilt.

Die Ablieferungen von dünner Folie, die hauptsächlich für flexible Verpackungen und Haushaltsfolien verwendet wird, gingen im bisherigen Jahresverlauf um 1% zurück. Dicke Folie, die typischerweise für halbstarre Behälter und technische Anwendungen eingesetzt wird, setzte mit einem Plus von 4,2% ihr Trendwachstum fort. Die gesamte Inlandsnachfrage ging jedoch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,1% zurück.

Die Auslieferungen im zweiten Quartal 2019 betrugen 245.300 Tonnen und lagen damit 2,9% über der Produktion des Vorjahresquartals. Der Rückgang bei dünner Folie im ersten Quartal konnte mit einem Plus von 2,4% gedreht werden, dicke Folie legte sogar um 3,9% zu. Dank der positiven Exportentwicklung stiegen die Quartalslieferungen um 58%.

Der Ausblick bleibt nach Einschätzung von EAFA-Präsident Bruno Rea schwer vorherzusehen. „Ermutigend ist, dass die Produktion über dem Niveau von 2018 liegt. Aber die Exportmärkte sind bekanntlich volatil, insbesondere unter den aktuellen Umständen, wo der anhaltende Handelsstreit den internationalen Handel belasten“, sagte er.

„Wir wünschen uns eine Besserung der europäischen Nachfrage, die im bisherigen Jahresverlauf rückläufig ist. Dies könnte auf verschiedene Faktoren zurückzuführen sein, wie dem Lagerabbau oder ein zurückhaltendes Bestellverhalten aufgrund der Marktunsicherheiten. Wir sehen einen drastischen Anstieg der Folienimporte aus China, der das inländische Produktionsniveau stark beeinträchtigt. Die Auswirkungen auf das europäische Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage durch Importe aus dem außereuropäischen Ausland schaden unserer Branche weiterhin. Die Fundamentaldaten für unsere europäischen Kunden sind aus unserer Sicht nach wie vor positiv, daher glauben wir, dass sich die Auftragslage im zweiten Halbjahr verbessern könnte“, so Rea. „Bis es soweit ist, sind wir froh, dass die Qualität unserer Folie eine starke Nachfrage bei unseren Auslandskunden auslöst“, fügte er hinzu.

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