Trauer um Aluminium-Ikone Dietrich H. Boesken

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Die deutsche Aluminiumindustrie trägt Trauer: Dietrich H. Boesken, der als Aluminium-Ikone galt, ist Anfang November im Alter von 93 Jahren verstorben.

Die Trauer um Dietrich H. Boesken, der 40 Jahre lang die Entwicklung der deutschen Aluminiumindustrie mitgestaltet hat und als Ikone der Branche galt, ist groß. Als herausragende Unternehmerpersönlichkeit mit vielfältigen Verbindungen zur nationalen und internationalen Wirtschaft und Politik war er hochgeachtet.

Trauer um eine Aluminium-Ikone

Seine erste Arbeitsstelle trat der gebürtige Schlesier Dietrich H. Boesken bei der Auto Union an, bevor er 1962 zu Thyssen Hentschel nach Kassel ging. Dort war er seit 1973 Vorstandsvorsitzender. Ab 1977 begann dann seine Zeit als „Aluminium-Mann“. In Singen war er Generaldirektor und Vorsitzender der Geschäftsführung bei Alusingen GmbH und parallel dazu ab 1985 Leiter des Konzernbereichs „Verarbeitung“ der Alusuisse AG in Zürich und ab 1988 Holding-Chef der deutschen Alusuisse-Lonza-Gruppe. Danach war er erfolgreich unternehmerisch tätig: 1994 gründete er die Boesken GmbH mit den Beteiligungsgesellschaften WEFA Singen, WEFA Inotec und WEFA Bohemia, deren Geschicke er bis in die letzten Monate aktiv mitbestimmte. Er war zudem lange Jahre in verschiedenen Verbänden der deutschen Aluminiumindustrie aktiv.

Boesken führte Verbände zusammen

Im Jahr 1992 war Dietrich H. Boesken maßgeblich an der Neuordnung der Verbände der deutschen Aluminiumindustrie in ihrer jetzigen Form beteiligt. Mit der Gründung des GDA e.V., dessen erster Präsident Dietrich H. Boesken bis 1995 war, gelang eine umfassende Straffung der deutschen Aluminium-Organisationen. Seit 1995 war Boesken Ehrenpräsident des GDA.

Obwohl von seiner Herkunft „Stahlmann“, hat Dietrich H. Boesken dem Werkstoff Aluminium neue Einsatzmöglichkeiten - vor allem in der Verkehrstechnik und in der Verpackungstechnik - erschlossen: Er gilt als Pionier des Werkstoffs Aluminium beim Einsatz in Schienenfahrzeugen (ICE, Transrapid) und in der Automobil-Industrie.

Dietrich H. Boesken hat das Gesamtbild und die Darstellung der deutschen Aluminiumindustrie nach innen und außen nachhaltig gestaltet. Mit analytischem Scharfsinn, zukunfts- und erfolgsorientiert, war er ein mitreißender, humorvoller Motivator, der für seine Pläne und Ideen begeistern konnte. Er forderte viel von sich selbst und seinen Mitarbeitern, war ihnen aber immer mit seinem großen Sachverstand Vorbild wie auch menschlicher Gesprächspartner.

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