Zulieferindustrie unter Schock

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Das Geschäftsklima der deutschen Zulieferindustrie ist im März dramatisch gesunken. Nicht nur die aktuelle Lage wird schlechter bewertet, auch die Erwartungen für die kommenden sechs Monate sind massiv gefallen. Der Index ist damit auf den niedrigsten Stand seit August 2009 gesunken.

Einige Kunden der Zulieferindustrie, insbesondere die OEMs der Autoindustrie, haben wegen Covid-19 und den einhergehenden Schutzmaßnahmen in Verbindung mit der eingebrochenen Nachfrage ihre Produktion in Europa eingestellt und Kurzarbeit angemeldet. Dies trifft die deutsche Zulieferindustrie stark. Wie groß die Folgen der Pandemie sein werden, ist derzeit kaum zu prognostizieren und hängt vorrangig von Länge und Umfang der gesundheitlichen Schutzmaßnahmen ab. Um die Krisenzeiten zu überstehen und die betrieblichen Herausforderungen zu meistern, seien konkrete Unterstützungen des Staates unabdingbar, so die Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie (ArGeZ).

Das Geschäftsklima Zulieferindustrie wird regelmäßig zum Monatswechsel von der ArGeZ veröffentlicht. Der Frühindikator beruht auf der Befragung von 600 Unternehmen und deckt die in der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie zusammengeschlossenen Branchen ab.

Zulieferindustrie befürchtet Liquiditätsengpässe

 Die mehrwöchige Produktionsunterbrechung bei zahlreichen Automobilherstellern wird bei vielen Zulieferfirmen zu Liquiditätsengpässen führen. „Der aktuelle Shutdown der Automobilindustrie bedroht die deutsche Zulieferindustrie und ihre Beschäftigten in ihrer Existenz. Deshalb sind jetzt passgenaue Finanzierungshilfen und hoch flexible Regelungen im Arbeitsrecht dringend notwendig ebenso wie der partnerschaftliche Umgang in der Zulieferkette“, sagt Christian Vietmeyer, Sprecher der ArGeZ.

Die derzeit von der Bundesregierung über die KfW zugesagten Kreditprogramme seien noch nicht ausreichend. Für viele Unternehmen seien Kredite keine Perspektive, insbesondere mit Blick auf die Zeit nach der Krise seien deutliche Unterstützungen des Eigenkapitals gefragt. „Die Bundesregierung muss dazu bereit sein, auch Zulieferbetrieben Zuschüsse zu gewähren. Zudem müssen die Regeln der EZB und der Bafin an die besonderen Gegebenheiten zeitlich befristet angepasst werden, so dass die Banken nicht die üblichen Sicherheiten hinterlegen müssen. Ansonsten werden nicht alle Unternehmen von ihren Hausbanken einen Kredit erhalten“, heißt es in einer Erklärung des Verbandes.

Bereits seit etwa einem Jahr befindet sich die Industrie in einer Rezessionsphase, die zu Kurzarbeit geführt hat. In der gegebenen Situation sei eine sofortige Ausweitung der Dauer von Kurzarbeit auf 24 Monate dringend erforderlich.

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