VW-Gießerei Kassel betreibt künftig eigenen Späneschmelzofen 

VW-Gießerei Kassel betreibt künftig eigenen Späneschmelzofen 

Am Standort Kassel von Volkswagen wird derzeit ein neuer Späneschmelzofen aufgebaut, der eine Lücke im Wertstoffkreislauf vor Ort schließt und dabei Energie und CO2 eingespart. Alle im Werk Kassel anfallenden Aluminiumspäne können zukünftig wieder in den Gießprozess zurückgeführt werden.

Volkswagen geht davon aus, dass sich der Energiebedarf durch das Einschmelzen der Späne um etwa 3.250 MWh im Jahr reduziert und der CO2-Ausstoß um über 1.400  Jahrestonnen. Mirco Wöllenstein, Gießereileiter in Kassel, sagt: „Für die Gießerei Kassel ist es eine mutige und gleichzeitig wegweisende Entscheidung, Späne in einem so großen Maßstab selbst einzuschmelzen. Das Verfahren dazu ist innovativ und komplex, da sich auf den Spänen keine Oxidation bilden darf. Wir arbeiten werks- und geschäftsfeldübergreifend zusammen, damit die maximale CO2-Einsparung für unsere Umwelt und unser Unternehmen erzielt wird.“

Mirco Wöllenstein, Gießereileiter in Kassel

Zwar koste die Herstellung von Aluminium mehr Energie als die Produktion von Stahl, doch werde für die gesamte externe Umschmelzenergie nur etwa 500 kWh pro Tonne Aluminium benötigt, betont Volkswagen. Deshalb testet der Autohersteller in Kassel derzeit ein innovatives und ressourcenschonendes Recyclingkonzept. Die neue Rückschmelzanlage für Aluminiumspäne wird derzeit in der Nähe des Schmelzwerks im Südwesten des Werksgeländes aufgebaut. Durch den neuen Schmelzofen – geliefert wird er von Hertwich Engineering – wird der Prozess in Zukunft wesentlich effizienter. Künftig werden die anfallenden Späne nicht mehr verkauft und extern aufbereitet, sondern direkt auf dem Werksgelände eingeschmolzen und recycelt. Der Wertstoffkreislauf wird somit vor Ort in Kassel geschlossen.

Dank der neuen Anlage fallen ein zusätzlicher externer Umschmelzprozess sowie Lkw-Transporte weg – allein dadurch kann der jährliche Energieverbrauch von rund 140 Einfamilienhäusern eingespart werden. Bis zum kleinsten Span wird nahezu alles in den Metallkreislauf rückgeführt und so können Materialverluste um etwa 1.000 Tonnen pro Jahr reduziert werden.

Pro Tag fallen allein in Kassel etwa 20 Tonnen Aluminiumspäne an, die in der Anlage eingeschmolzen werden können. Mittelfristig will die Gießerei weitere 40 Tonnen Material aus anderen europäischen VW-Werken zusätzlich einschmelzen. Langfristig soll die Menge auf bis zu 80 Tonnen Späne steigen. „Dadurch, dass ein zusätzlicher externer Umschmelzprozess wegfällt, bleiben wir trotz der dann anfallenden Transportwege nach Kassel ökologischer und wirtschaftlicher als zuvor“, so Wöllenstein.

 

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