Stützenlose Brückenkonstruktion aus Aluminium

Stützenlose Brückenkonstruktion aus Aluminium

Eine neue Radfahrerbrücke aus Aluminium in Spremberg ist auch für Dienstfahrzeuge bis 3,5 t Tonnen befahrbar und ermöglicht optimalen Hochwasserabflus.

In Spremberg musste die alte, bereits 1972 erbaute Kanubrücke an der Wendenstraße dringend erneuert werden. Aufgrund von Sicherheitsmängeln, die unter anderem auf Hochwasserschäden, unzureichende Konstruktionsabmessungen einzelner Bauteile sowie die brüchige Betondeckung zurückzuführen waren, war ihre Tragfähigkeit nicht mehr gegeben. 2015 entschieden die Stadtverordneten daher, die bestehende Brücke durch einen Neubau zu ersetzen. Der neue, eloxierte Brückenüberbau der Firma PML GmbH, die das öffentliche Vergabeverfahren für sich entscheiden konnte, erfüllt nun – nach der Eröffnung Ende 2018 – alle Vorgaben des Hochwasserschutzes, da durch die besondere, stützenlose Konstruktion auch ein optimaler Hochwasserabfluss gewährleistet ist. Das neue Bauwerk mit einem Gewicht von 28 t verbindet nach etwa einjähriger Bauzeit das Wohngebiet Slamen wieder mit der Stadtmitte. Die wartungsarme Aluminiumbrücke ist unter anderem Teil des Spreeradwegs und der Niederlausitzer Bergbautour und kann von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden. Zudem ist sie für Dienstfahrzeuge bis 3,5 Tonnen befahrbar.

Für eine neue Brücke, die allen Anforderungen vor Ort in Spremberg gewachsen ist, hatte das Konstruktions-Ingenieurbüro KonZeKo – GbR, das für die Durchführung des Projektes verantwortlich zeichnete, spezielle Vorgaben an PML: Neben der stützenfreien Spannweite von 48 m und dem zulässigen Fahrzeuggewicht von 3,5 t musste wegen der Hochwassergefahr ein Freibord von mindestens 1,00 m von UK Überbau bis zu einem Hochwasserstand der Kategorie HQ100 eingehalten werden. Auf Grundlage einer Variantenuntersuchung erteilten die Stadtverordneten 2016 dem Ingenieurbüro KonZeKo GbR den Auftrag zur Entwurfsplanung für den Ersatzneubau der Brücke Wendenstraße, mit einer Aluminium-Fachwerkkonstruktion als Überbau. Ein dauerhafter und wartungsarmer Überbau wurde ebenso verlangt wie eine Bohrpfahlgründung, Spundwandkästen und eine geschlossene Wasserhaltung.

„Wir setzten hier auf eine Konstruktion, die das Konzept einer leichten Stabbogenbrücke mit der Montagefreundlichkeit einer aus Modulen aufgebauten Fachwerktrogbrücke vereint“, erklärt Jörg Petrowski, Vertriebsleiter Brückenbau bei der PML GmbH. Aufgrund seines im Verhältnis zur Größe niedrigen Eigengewichts kann das Stabbogensystem mit polygonalem Obergurt auch an Stellen mit schwierigen Untergrundverhältnissen realisiert werden. Die Brücke sitzt auf Lagerplatten, die mit den Fundamenten vergossen sind. Verankert wurde sie über  Elastomer-Brückenlager.

Trotz einer Länge von 48 m und einer lichten Durchgangsbreite von 3 m ist das neue Bauwerk dennoch eine elegante und schlanke Erscheinung. Die Brückenteile sind komplett verschraubt. Lediglich an den Gehplattformen sind Schweißnähte zu erkennen. Zusätzlich erhielt  das Geländer eine LED-Beleuchtung in den Handläufen. Als Hersteller und Monteur der Radfahrer- und Fußgängerbrücke in Spremberg setzte PML auf farbloses beziehungsweise silberfarben eloxiertes Aluminium, das als besonders wartungsarm gilt. Die Lagerplatten aus Stahl sind nach ZTV-ING grundbeschichtet.

 

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