Stellungnahme GDA: Corona-Krise belastet auch die Aluminiumindustrie

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Das Coronavirus setzt auch der deutschen Aluminiumindustrie zu, die Branche erwartet einen deutlichen Rückgang der Produktion. „Die deutsche Aluminiumindustrie schaut mit großer Sorge auf die aktuellen Entwicklungen“, sagt Marius Baader, Geschäftsführer des Gesamtverband der Aluminiumindustrie (GDA), Düsseldorf. Wichtige Kundenbranchen in Deutschland und Europa hätten bereits begonnen, die Fertigung einzustellen oder deutlich zu reduzieren, andere kündigten das an. Gerade das Automobilgeschäft steht für eine industrielle Grundlast in der Aluminiumindustrie.

Die Abrufzahlen bei den Unternehmen der Aluminiumindustrie, vor allem aus dem Automotive-Geschäft und dem Maschinenbau, hatten bereits im vergangenen Jahr nachgegeben. Am deutlichsten spürten die Hersteller von Strangpressprodukten den Nachfragerückgang; ihre Produktion in Deutschland ging bereits 2019 rund zehn Prozent zurück. „Im ersten Quartal 2020 rechnen wir mit weiteren Rückgängen im zweistelligen Bereich“, so Baader. In den letzten Wochen habe sich diese Dynamik noch einmal spürbar verschärft. Um die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter sicherzustellen, organisieren die Unternehmen die Fertigungsprogramme und Mannschaften derzeit um. Die Schutzmaßnahmen führten zu Ineffizienzen in der Fertigung und einem weiteren Druck auf die Profitabilität der Standorte.
In diesem Zusammenhang begrüßt der GDA die bereits beschlossenen Regelungen zum erleichterten Bezug von Kurzarbeitergeld. „Dies und die kurzfristige Liquiditätsbereitstellung durch die KfW sind wichtige Schritte zur Stabilisierung der Beschäftigung und der Unternehmen“, so Baader. Gefragt seien schnelle und unbürokratische Maßnahmen, die zum einen das Coronavirus eindämmen und zum anderen das Überleben der Unternehmen sichern. Es komme nun darauf an, den Aluminiumunternehmen größtmögliche Flexibilität bei der Aufrechterhaltung der Produktion zu ermöglichen. Der Arbeitsschutz steht auch in diesen Zeiten über allem, so der GDA, doch müssten die Unternehmen flexibel auf Personalausfälle reagieren können. Der §14 ArbZG ermögliche es, in Sondersituationen von der gesetzlichen Arbeitszeitbegrenzung abzuweichen. Die hoch komplexen Fertigungsanlagen der Firmen sind nicht kurzfristig an- und abschaltbar. Die Möglichkeit, im Bedarfsfall von den vorgeschriebenen Normen abzuweichen, kann die Industrie vor massiven Schäden bewahren.

Zudem sei für die Aluminiumindustrie der freie Warenverkehr in Europa überlebenswichtig. Er müsse „auf jeden Fall aufrechterhalten werden, da die Lieferkette unserer Industrie hochgradig arbeitsteilig organisiert ist“, so Baader. Die Finanzkrise der Jahre 2008/09 habe gezeigt, dass die Aluminiumindustrie wie andere Grundstoffbranchen auch deutlich länger gebraucht hat, um das Vorkrisenniveau wieder zu erreichen. „Politisches Handeln sollte die besondere Wettbewerbssituation der Aluminiumindustrie gegenüber nichteuropäischen Marktbegleitern berücksichtigen und sicherstellen, dass die Standorte in Deutschland nicht durch unüberlegte Maßnahmen zusätzlich ins Hintertreffen geraten.“

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