Schweizer Aluminiumindustrie: Leichtes Plus in 2018 – gute Aussichten für 2019

Schweizer Aluminiumindustrie: Leichtes Plus in 2018 – gute Aussichten für 2019

Die exportorientierte Schweizer Aluminiumindustrie schloß das Jahr 2018 mit einem Plus von 3,3 Prozent der Gesamtproduktion in den Walz- und Presswerken ab. Für das laufende Jahr rechnet der Branchenverband alu.ch, in dem 64 aluminiumverarbeitende Schweizer Unter-nehmen zusammengeschlossen sind, mit einer positiven Entwicklung.

Die Schweizer Aluminiumindustrie blickt auf einen guten Geschäftsverlauf mit einer höheren Wertschöpfung im vergangenen Jahr. Innovative Produktentwicklungen komplexer Aluminiumteile und die herausragenden Werte der Schweizer aluminumverarbeitenden Unternehmen in puncto hohe Qualität, flexible Arbeitszeiten und verlässliche Liefertermintreue führten zu einer erfreulichen Anzahl von Neuaufträgen. Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Gesamtproduktion in den Walz- und Presswerken 2018 um 3,3 Prozent auf gesamthaft 237.900 Tonnen gesteigert werden.

Gemäss einer Umfrage unter den Vorstandsmitgliedern des alu.ch gestalten sich die Aussichten für 2019 verhalten optimistisch. Nach einer leichten Abschwächung zu Jahresbeginn sind die Produktionen nun überwiegend gut ausgelastet und neue Projekte stecken bereits in der Pipeline. Insgesamt wird im laufenden Jahr mit einer positiven Entwicklung gerechnet, analog zu den günstigen Prognosen des Konjunkturverlaufs in den zentralen Anwendermärkten der Schweizer Aluminiumindustrie im In- und Ausland.

Von den indirekten Auswirkungen der US-Zölle betroffen

Die weiteren Marktchancen hängen im Wesentlichen von den handelspolitischen Rahmenbedingungen ab. Die EU-Länder sind die wichtigsten Absatzmärkte für die Schweizer Aluminiumindustrie. Im letzten Jahr wurden rund 200.000 Tonnen der insgesamt 237.900 von den Schweizer Aluminium Press- und Walzwerke produzierten Tonnen in den EU-Raum exportiert. Durch den Handelskrieg der USA mit China kommt es vermehrt zu Umleitungen der Handelsströme. Dies hat zur Folge, dass der Markt für Standard-Walzprodukte aus Aluminium in Europa zunehmend unter Druck gerät. Um die Umleitungseffekte aus Drittstaaten aufgrund der US-Strafzölle zu verhindern, überwacht die EU bereits seit Mai letzten Jahres die Importe aus Nicht-EU-Ländern, zu denen auch die Schweiz zählt. Für jede Ausfuhr von Aluminiumerzeugnissen aus der Schweiz von mehr als 2.500 kg in ein EU-Land muss seither eine Einfuhrlizenz von den EU-Kunden eingeholt bzw. am Zoll vorgelegt werden.

Diese Überwachungsmaßnahmen lösten vor allem anfänglich für die exportorientierte Schweizer Aluminiumindustrie empfindliche Störungen in ihren bestehenden Wertschöpfungsketten und Kundenbeziehungen im EU-Raum aus. Planmäßige Auslieferungen verzögerten sich. «Die administrativen Zusatzaufwände haben wir mittlerweile im Griff und die Verhandlungen in Brüssel geben Hoffnung, dass sich eine baldige Lösung findet, um die freien Handelsbeziehungen ohne Einschränkungen wieder herzustellen und den Zugang zum EU-Markt langfristig zu sichern», hält Marcel Menet, Geschäftsführer des alu.ch, fest.

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