Schwache Nachfrage nach Alufolie in Europa durch starken Export ausgeglichen

Schwache Nachfrage nach Alufolie in Europa durch starken Export ausgeglichen

Die europäischen Walzwerke haben im ersten Quartal 2019 weniger Aluminiumfolie ausgeliefert.

Ein Grund sei der Abbau von Lagerbeständen der europäischen Anwender und Verarbeiter, wie der Branchenverband EAFA mitteilt. Die ausgelieferte Gesamtmenge betrug 239.400 Tonnen und lag 1,2% unter dem Wert des ersten Quartals 2018 (242.300 t). Die Inlandslieferungen gingen um 4% zurück. Die Ausfuhren aus ausgewählten Ländern und auf spezielle Produktkategorien bezogen entwickelten sich jedoch weiterhin stark und legten um 16% gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu.

Dünne Folie, die vor allem für hochwertige flexible Verpackungen und Haushaltsfolie verwendet wird, ging im ersten Quartal um 4,3% zurück, während dicke Folie, die typischerweise für halbstarre Behälter und technische Anwendungen genutzt wird, um 4,5% zulegte und damit den Aufwärtstrend vom Ende des Vorjahres beschleunigte.

EAFA-Präsident Bruno Rea sagte zu den Zahlen: „Im Jahr 2018 gab es eine gute Entwicklung bei den Folienlieferungen, sodass der Rückgang der Inlandsaufträge unserer Meinung nach auf den Abbau von überhöhten Lagerbeständen zurückzuführen ist, die nach den langen Weihnachts- und Neujahrsferien auf das aktuelle Nachfrageniveau reduziert wurden.“

„Generell ist die Foliennachfrage in Europa relativ stabil. Die Lieferungen aus China stiegen jedoch drastisch um fast 40% an, was sich spürbar auf die inländische Produktion auswirkte. Der Export bietet nach wie alternative Verkaufsmöglichkeiten, wie dies schon im vergangenen Jahr der Fall war. Inzwischen sind die Auswirkungen auf das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage in Europa spürbar: Die Importe aus Drittstaaten beginnen die europäische Industrie zu schädigen. Auf das Exportgeschäft in einem von Zöllen verzerrten Markt zu vertrauen wird mittel- bis langfristig nicht funktionieren und die gesamte europäische Folienwalzindustrie gefährden“, fügte er hinzu.

„Die Branche ist über den aktuellen Handelsstreit besorgt, der die weltwirtschaftliche Entwicklung beeinträchtigt und sich auch auf die Folienendmärkte auswirkt“, schloss Rea.

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