Rohstoffpreise: Geopolitische Risiken bestehen weiter

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Die Weltrohstoffpreise sind im Januar auf Dollarbasis gerechnet um 3,3 Prozent gesunken. Infolge der leichten Abwertung des Euro zum US-Dollar fiel der Rückgang in Inlandswährung leicht geringer aus.

In ihren Rohstoffpreis-Informationen weist die IKB Deutsche Industriebank darauf hin, dass die geopolitischen Risiken und deren Auswirkungen auf die Weltkonjunktur unverändert im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen. Zwar hab sich der aktuelle Handelskonflikt zwischen den USA und China etwas beruhigt, von Entwarnung könne jedoch keine Rede sein. Ebenso seien die Auswirkungen des Brexits und die anstehenden Neuverhandlungen über die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und Großbritannien noch unklar.

Mit Blick auf China wird befürchtet, dass das Coronavirus zu einer weiteren Abschwächung des Wirtschaftswachstums führen könnte. Dort läuft die Produktion von Hüttenaluminium, Kupfer oder Zink normal weiter, die Werksferien der Abnehmer wurden jedoch deutlich verlängert. Zudem beeinträchtigen verhängte Fahrverbote die Logistik in bestimmten Regionen. Dies führt zu temporären Überangeboten, die jedoch nach einer Normalisierung schnell abgebaut werden dürften.

Für die USA wird geschätzt, dass die weitere Produktionsunterbrechung bei Boeing zu einem leicht geringeren Wirtschaftswachstum von einem halben Prozentpunkt führen könnte.

Etwas Entspannung gebe es an den Krisenherden in der Golf-Region. Sowohl der Iran als auch die USA bemühten sich um Deeskalation. Mit den Verhandlungen über eine Waffenruhe in Libyen verbindet sich die Hoffnung, dass auch die dortige Rohölförderung wieder anziehen könnte. Dies hat zuletzt bewirkt, dass der Rohölpreis wieder deutlich abgesunken ist. Dennoch erwartet die IKB, dass sich der Rohölpreis bis Ende März weiter um die Marke von 60 Dollar je Barrel Brent bewegen wird und der Preis für die amerikanische Referenzsorte WTI rund 8 Dollar darunter liegen dürfte.

Für den Wechselkurs des US-Dollar zum Euro sieht die IKB bis Ende des ersten Quartals 2020 eine Bewegung um die Marke von 1,12 Dollar je Euro und erwartet im Verlauf dieses Jahres eine Aufwertung des Euro.

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