EWI-Gutachten: Bereits geringer Anstieg der Stromkosten belastet NE-Metallfirmen stark

EWI-Gutachten: Bereits geringer Anstieg der Stromkosten belastet NE-Metallfirmen stark

Das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI) hat im Auftrag der Wirtschaftsvereinigung Metalle (WVM) in einer Sensitivitätsanalyse die Auswirkung steigender Strompreise auf die Wirtschaftlichkeit der NE-Metallbetriebe untersucht. Dazu wurden reale Daten von vier repräsentativen Fällen aus der NE-Metallindustrie herangezogen.

Das Ergebnis fasst die WVM-Hauptgeschäftsführerin Franziska Erdle wie folgt zusammen: „Steigt der Strompreis auch nur um einen Cent je Kilowattstunde, dann hat dies bereits erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit unserer Unternehmen. Teilweise können diese Kosten sogar zur Existenzbedrohung werden.“ Eine solche Erhöhung würde die Bruttowertschöpfung der NE-Metallbetriebe zum Teil aufzehren. So würde 1 Ct/kWh die Bruttowertschöpfung (BWS) der Aluminiumelektrolyse um 15 Mio. Euro senken – das seien 24 Prozent der BWS. Die gleiche Strompreiserhöhung reduziert die BWS eines großen Alu-Walzwerks um 6 Mio. Euro (3,5% der BWS), die BWS eines großen Kupferwalzwerks um 4 Mio. Euro (2%).

Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen um eine Reduzierung der Kohleverstromung betont Erdle: „Das Gutachten zeigt auch die drohenden Konsequenzen eines Fuel-Switches von Kohle- auf Gaskraftwerke. Wenn es der politische Wille der Bundesregierung ist, an einem Ausstieg aus der Kohleverstromung festzuhalten, bedarf es einer Kompensation der daraus resultierenden Mehrkosten für die energieintensiven Industrieunternehmen.“ Dies habe auch die Kommission „Wachstum, Beschäftigung, Strukturwandel“ in ihrem Ergebnispapier so festgehalten.

Die Erzeugung von NE-Metallen wie Aluminium, Kupfer und Zink erfolgt in energieintensiven Produktionsprozessen. Der Strompreis hat daher einen signifikanten Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit von Unternehmen der NE-Metallindustrie.

Das Gutachten zeigt auf, dass der Wegfall der bestehenden Entlastungsregelungen eine erhebliche, für die NE-Metallindustrie weitreichende Konsequenzen für die Wettbewerbsfähigkeit stromintensiver Betriebe hätte. Eine Vollbelastung durch Umlagen würde zu einer deutlichen, bei der Grundstofferzeugung zu einer erdrosselnden Belastungssteigerung der Unternehmen führen.

So würde etwa die BWS der Aluminiumelektrolyse vollkommen aufgezehrt und ins Negative umgekehrt. Der Betrieb wäre damit nicht mehr wirtschaftlich. Die BWS eines großen Aluminiumwalzwerkes würde ohne Entlastung um ca. 71 Mio. Euro (39%) für ein großes Kupferwalzwerk um ca. 35 Mio. Euro (18%) sinken.

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