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BMW will konzernweit ab 2024 Alu-Räder verwenden, die zu 100 % mit „Grünstrom“ produziert werden.

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BMW setzt ab 2024 auf nachhaltig produzierte Alu-Räder 

Die BMW Group setzt verstärkt auf Nachhaltigkeit und will konzernweit ab 2024 Aluminiumräder verwenden, die zu 100 % mit „Grünstrom“ produziert werden.

Die BMW Group setzt verstärkt auf Nachhaltigkeit und will konzernweit ab 2024 Aluminiumräder verwenden, die zu 100 % mit „Grünstrom“ produziert werden.

Für den Autobauer ist dies ein weiterer wichtiger Schritt, um – so das erklärte Ziel – die nachhaltigste Lieferkette der gesamten Automobilindustrie aufzubauen. Die Umstellung gilt für die energieintensive Elektrolyse bei der Herstellung von Aluminium aus Bauxiterz sowie für das Gießen der Räder. Dazu wurden entsprechende Vereinbarungen mit allen Räderlieferanten der BMW-Gruppe getroffen.

Jährliche CO2-Einsparung bis zu 500.000 t

Bisher entfallen rund 5 % der in der Lieferkette auftretenden CO2-Emissionen auf die Räderherstellung. Diese Emissionen reduzieren sich durch die Umstellung auf erneuerbare Energie um mehr als die Hälfte. Die BMW Group bezieht jährlich rund 10 Mio. Leichtmetallräder, von denen 95 % Aluminium-Gussräder sind.

Mit einer unabhängigen Prüfung kann der Autohersteller den nachhaltigen Umgang mit dem Werkstoff Aluminium seitens der beauftragten Produzenten garantieren und spart pro Jahr bis zu 500.000 t CO2 ein.

Lieferanten zum Einsatz von „Grünstrom“ verpflichtet

„Grünstrom ist einer der größten Hebel zur Reduzierung der CO2-Emissionen in unserer Lieferkette. Wir haben bereits mehr als 400 Verträge mit unseren Lieferanten abgeschlossen, darunter auch Zulieferer von Rädern und Aluminium, in denen wir die Verwendung von Grünstrom vereinbart haben“, sagt Joachim Post, im BMW-Vorstand für Einkauf und Lieferantennetzwerk verantwortlich.

Aluminium ist dank seiner hervorragenden Recyclingeigenschaften ideal für das Einschmelzen alter Räder im Sinne der Kreislaufwirtschaft geeignet. Auf diese Weise entfällt die energieintensive Elektrolyse bei der Ersterzeugung des Metalls. Gleichzeitig wird darauf geachtet, dass der Sekundärrohstoff die speziellen Anforderungen von BMW hinsichtlich Qualität, Design, Sicherheit und mechanischen Eigenschaften erfüllt.

Mini Countryman – ab 2023 Gussräder aus Recyclingaluminium

Bereits ab 2023 wird die Marke Mini auf diesem Feld zum Vorreiter. Die Leichtmetall-Gussräder der neuen Generation des Countryman-Modells werden dann bereits zu 70 % aus Recyclingaluminium bestehen. Durch die Kombination aus 100 % Grünstrom bei der Produktion und einer 70 %-igen Sekundärrohstoffquote können im Vergleich zu herkömmlichen Herstellungsverfahren bis zu 80 % der CO2-Emissionen reduziert werden.

ASI-Zertifizierung

Der BMW-Konzern engagiert sich seit vielen Jahren in internationalen Initiativen, die die Standardisierung der Rohstoffgewinnung vorantreiben. Dazu gehört auch die Aluminium Stewardship Initiative (ASI). Seit Dezember 2019 ist die BMW-Leichtmetallgießerei in Landshut für ihren nachhaltigen Einsatz von Aluminium ASI-zertifiziert. Viele der Räderlieferanten, mit denen BMW zusammenarbeitet, sind ebenfalls ASI-Mitglieder und leisten damit einen Beitrag zu einer ökologisch und sozial verantwortungsvollen Aluminium-Wertschöpfungskette.

Die Umstellung auf den vollständigen Einsatz von Grünstrom zur Produktion von Aluminium-Gussrädern ist ein weiterer Schritt zur Reduzierung der CO2-Emissionen im Lieferanten-Netzwerk der BMW Group. Bis 2030 sollen die Emissionen in der gesamten Lieferkette um 20 % gegenüber 2019 gesenkt werden. Die konsequente Erhöhung des Anteils an Recyclingaluminium leistet in diesem Prozess einen zusätzlichen Beitrag zur Nachhaltigkeit.

Solar-Aluminium aus Dubai

Bereits seit 2021 bezieht BMW Aluminium aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, für dessen Herstellung ausschließlich aus Solarenergie gewonnener Strom genutzt wird. Das in Dubai produzierte Aluminium wird in der Leichtmetallgießerei im Werk Landshut zu Karosserie- und Antriebskomponenten verarbeitet. Mit 43.000 t deckt der Bezug des Solar-Aluminiums nahezu die Hälfte des jährlichen Bedarfs der Landshuter Leichtmetallgießerei ab.