Aluminiumindustrie leidet unter Auftragsmangel

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In einer Umfrage unter Unternehmen der Aluminiumindustrie wird der Auftragsmangel in Schlüsselmärkten als derzeit größtes Produktionshindernis beklagt.

Der Branchenverband GDA hat am 22. April eine dritte Ad-hoc-Umfrage bei den Mitgliedsunternehmen zur aktuellen Situation durchgeführt: Rund 90 % der Teilnehmer der Aluminiumindustrie nannten den Auftragsmangel als größtes Produktionshindernis; in der vorherigen GDA-Umfrage vor rund drei Wochen waren dies 70 % der Befragten. Bei der Logistik zeichnet sich eine leichte Entspannung ab. Nur noch 25% der Befragte sahen hier ein Hemmnis für die Produktion, während bei der letzten Umfrage noch 43 % der Befragten die Logistik als Engpassfaktor sahen. Der Krankenstand wird ebenfalls von 25% der Befragten als Hindernis gesehen. Rund ein Drittel hat gegenüber der letzten Befragung vom März weniger Produktionsbehinderungen feststellen können.

Weniger Abrufe in Aluminium-Schlüsselmärkten 

Die Entwicklung in den einzelnen Märkten hat sich ebenfalls spürbar verändert. Im Bereich Automotive ist Licht am Ende des Tunnels erkennbar. So verringerte sich der Anteil der Unternehmen, die über einen Stillstand beim Kunden als Produktionsbehinderung berichteten, von 36 auf 5 %. Insgesamt ist die Lage im Bereich Automotive nach wie vor sehr angespannt: 55% der Befragten berichten über starke Rückgänge bei den Abrufen. Im Bereich Aerospace hat sich die Lage deutlich verschlechtert. Gegenüber der letzten Umfrage ist der Anteil der Befragten, die starke Rückgänge bei den Abrufen vermelden von 9 auf 50 % gestiegen. Auch in der Bauindustrie sind mittlerweile Spuren von Covid-19 erkennbar: 50% der Befragten gaben leichte Rückgänge beim Auftragseingang als Produktionsbehinderung an. In der letzten Umfrage lag dieser Anteil noch bei 9 %. Der Verpackungssektor ist hingegen weiterhin stabil.

Rund ein Viertel der Befragten berichtet aktuell von einer vorübergehenden Schließung der Produktion bzw. davon, dass die Produktion noch geschlossen ist. Fast zwei Drittel der Befragten haben Kurzarbeit gestartet (43 %) oder beantragt bzw. geplant (21 %). Ein Fünftel der Betriebe hat Liquiditätshilfen beantragt oder plant sie. Ein Drittel der Betriebe, die Liquiditätshilfen beantragt haben, verweist auf eine reibungslose Bearbeitung der Anträge, ein weiteres sagt, dass die Hausbank ausbremst.

Die Teilnehmerzahl betrug 31 Personen, mehr als die Hälfte der Befragten sind im Bereich Strangpressprodukte und gut ein Sechstel im Bereich Walzprodukte tätig. Je 10% der Befragten kommen aus dem Verpackungs- und Recyclinggeschäft.

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