Foto: Behrendt
Zur ALUMINIUM 2022 kamen 20.400 Fachbesucher aus 100 Nationen.

Branche

ALUMINIUM 2022: Starkes Signal einer starken Industrie

Mit 20.400 Besuchern aus 100 Nationen hat sich die Weltleitmesse ALUMINIUM in Düsseldorf nach vierjähriger Pause zurückgemeldet – und die Erwartungen übertroffen.

Mit 20.400 Besuchern aus 100 Nationen hat sich die Weltleitmesse ALUMINIUM in Düsseldorf nach vierjähriger Pause zurückgemeldet – und die Erwartungen übertroffen.

Die 730 Aussteller aus 50 Nationen zeigten auf der ALUMINIUM zudem auch: Die Potenziale des Materials und der gesamten Branche sind enorm.

„Die ALUMINIUM 2022 hat unsere Erwartungen übertroffen“, so Barbara Leithner, Chief Operating Officer von RX Austria & Germany, dem Veranstalter der ALUMINIUM. „Je herausfordernder die Zeit, desto wichtiger sind die Kommunikation und die Geschlossenheit der Branche. Vor dem Hintergrund der aktuellen Rahmenbedingungen war die ALUMINIUM 2022 so gesehen die wichtigste Veranstaltung in ihrer 25-jährigen Geschichte“, ist Barbara Leithner überzeugt.

Trotz Energiepreiskrise und Materialengpässen überwiegt die Zuversicht

Die Stimmung der Branche bewegt sich zwischen ernst und hoffungsvoll. Unbestritten sind die hohen Energiekosten für die Aluminiumbranche zur Gefahr geworden. „Die Lage ist ernst“, beschreibt Rob van Gils die Situation der Aluminiumindustrie in Europa. Der Präsident von Aluminium Deutschland betont: „Der Energiewahnsinn gefährdet unsere Wettbewerbsfähigkeit. Und das ist etwas, das die Industrie allein nicht lösen kann. Wir brauchen also politische Unterstützung und Lösungen. Im Moment müssen wir die Versorgungssicherheit wirklich an erste Stelle setzen“, so van Gils.

Das fordert auch Paul Voss, Director General des Branchenverbandes European Aluminium: „Wir brauchen eine Kombination aus kurzfristigen Maßnahmen, um den Aderlass zu stoppen, und einem System, das es energieintensiven Industrien ermöglicht, sich die benötigte Energie zu einem akzeptablen Preis zu beschaffen. Ich sage nicht, zu demselben Preis, den wir vorher hatten, sondern zu einem, mit dem wir leben können.“

Enabler auf dem Weg zu einer klimaneutralen Gesellschaft

Mit „Hilfen und Bremsen“ will der Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Robert Habeck, die energieintensive Industrie wie die Aluminiumbranche in Deutschland halten, wie er in seiner Videobotschaft bei der Eröffnung der Messe erläuterte. Möglichkeiten sieht Habeck hier unter anderem durch die angekündigten Hilfsprogramme und die Gaspreisbremse. „Im Sockel die Preise runterzubringen, wird viel Geld kosten. Wenn es aber hilft, die Substanz der deutschen Industrie zu wahren, ist es wohlangelegtes Geld“, so der Bundesminister.

Die Bedeutung der Aluminiumbranche hob auch Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, hervor: „Aluminium kann als ein Enabler auf dem Weg zu einer klimaneutralen Gesellschaft und Industrie verstanden werden“, so Neubaur in ihrer Videoansprache, die sie an die Besucher der ALUMINIUM zur Eröffnung richtete. „Die nächsten fünf Jahre sind entscheidend dafür, ob die Transformation der Industrie gelingt. Essenziell wird dabei sein, dass wir Planungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit für umfangreiche Technologie- und Infrastrukturinvestitionen sicherstellen. Der nächste Investitionszyklus muss für den Umbau der Industrie genutzt werden“, so die Ministerin.

Dass die Aluminiumbranche dazu bereit ist, macht Paul Voss deutlich und bringt den durchaus herrschenden Optimismus auf den Punkt: „Ich sehe Menschen, die nicht versuchen, den Niedergang zu bewältigen, sondern die sich auf eine gute Zukunft vorbereiten. Das gibt mir wirklich Hoffnung.“

Die Messe bot den Rahmen für den dazugehörigen Dialog. „Was wir hier auf der ALUMINIUM gesehen haben, ist eine sehr offene Plattform, eine sehr hohe Qualität des Dialogs und wir hoffen, dass wir die richtigen Signale an alle Interessenvertreter senden konnten, die uns kurz- und mittelfristig unterstützen können“, fasst Michael Hahne von Novelis die drei Messetage zusammen.

Nachhaltigkeit hat Hochkonjunktur

Auch Investitionen und signifikante Vertragsabschlüsse verzeichneten die Aussteller der ALUMINIUM. So unterzeichnete beispielsweise die SMS Group auf der Messe einen Kontrakt über gleich mehrere Strangpressen. Darunter eine der größten Strangpressen der Welt mit einer Presskraft von 150 MN. „Unser Kunde aus der Türkei gehört damit zu den ersten Herstellern von solch großformatigen Aluminiumprofilen für Schienenfahrzeuge in Europa“, freut sich Tobias Brune. „Die Investitionsentscheidung unseres Kunden zeigt den wachsenden Markt für Leichtbauanwendungen im Mobilitätssektor und einen klaren Trend: Nachhaltigkeit und Investitionen in Infrastruktur haben Hochkonjunktur.“

Dass der Mobilitätssektor, die Themen Nachhaltigkeit und Recycling sowie die digitale Fertigung die Zukunftsthemen der gesamten Branche sind, machte das Fachprogramm deutlich, das an allen drei Messetagen großen Zuspruch fand. Erstmals fand die ALUMINIUM Conference – organsiert von Aluminium Deutschland – inmitten des Ausstellungsbereichs statt. Ihre Premiere feierten zudem zwei Speakers‘ Corners zu den Themen „Sustainability & Recycling“ und „Additive & Digital Manufacturing“.

Face-to-face zum Erfolg

Neben dem Wissenstransfer stand der persönliche Austausch im Mittelpunkt, wie Yavuz Arkun von Assan Alüminyum betont. „Das wichtigste ist, sich um seine Kunden zu kümmern, deren Bedürfnisse zu verstehen, gute Beziehungen aufzubauen und gemeinsam die Zukunft zu gestalten. Messen wie die ALUMINIUM sind die Gelegenheit, sich face-to-face zu sehen. Es bereitet uns wirklich Vergnügen und wir profitieren davon.“

Einen Erfolg in der ALUMINIUM 2022 sieht auch Ilias Papadopoulos von Trimet: „Die richtige Zeit, der richtige Ort, die richtigen Partner - wir haben Kunden hier, wir haben Lieferanten hier. Es waren wirklich fruchtbare und intensive Diskussionen mit den richtigen Leuten. Wir können sagen: Für uns war es ein großer Erfolg und wir freuen uns darauf, 2024 wieder dabei zu sein.“

Die kommende ALUMINIUM findet vom 8. bis 10. Oktober 2024 statt.