IKB: US-Zölle auf Aluminiumeinfuhren beeinflussen das dortige Inlandspreisniveau nachhaltig

IKB: US-Zölle auf Aluminiumeinfuhren beeinflussen das dortige Inlandspreisniveau nachhaltig

"Die weltweite Primäraluminiumproduktion stagnierte bis Ende April 2018. Wir erwarten für 2018 eine Erzeugung von rund 64 Mio. Tonnen." Das berichtet die Düsseldorfer IKB-Bank in ihrer Rohstoff-Preisinformation für Juni 2018. Die chinesische Produktion lag laut IKB knapp auf dem Vorjahresniveau, was mit in den Abschaltungen im Zeitraum um den Parteikongress begründet wird. Im übrigen Asien erfolgte ein kräftiger Anstieg (+14,4 %). In Europa beobachtete die Bank eine weitgehend stabile Produktion, in Nordamerika gab sie nach. Auch die Produktion in den Golfstaaten zog wieder an. Unverändert erhält die weltweite Nachfrage nach Primär- wie auch Recyclingaluminium Impulse vom Leichtbau in der Automobilindustrie, der guten Auftragslage der Luftfahrtindustrie; und auch die gute Konjunktur der Baubranche in Kontinentaleuropa sowie der Verpackungssektor stimulieren ebenfalls.

Wie die IKB berichtet haben sich die Lagerbestände von Primäraluminium an der LME wieder vermindert: Diese lägen nun bei gut 1,2 Mio. Tonnen. An der SHFE gaben die Bestände zuletzt auf rund 974.000 Tonnen nach. In den Lagern der Comex dagegen befinden sich keine 10.000 Tonnen mehr. Damit seit eine sehr gute Versorgung gegeben. Die LME-Bestände an Recyclinglegierungen machen laut IKB lediglich 12.220 Tonnen aus. Die Vorräte entsprechen dem Gesamtverbrauch (Primär-und Recyclingaluminium) von knapp 11 Tagen. Ein weiterer Ausbau der Kapazitäten für Recyclingaluminium sichere die langfristige Versorgung. Bis Ende des dritten Quartals 2018 erwartet die IKB einen weiteren Lagerabbau bei Primäraluminium. US-Zölle auf Aluminiumeinfuhren würden das dortige Inlandspreisniveau nachhaltig treffen, da in amerikanischen Lagerhäusern nur sehr geringe Vorräte sind.

Die Primäraluminiumpreise verzeichneten laut IKB im April 2018 ein Zwischenhoch aufgrund der angekündigten US-Sanktionen gegenüber dem russischen Produzenten Rusal, immerhin der größte Aluminiumproduzent außerhalb Chinas. Allerdings hielt dieser Trend nicht lange: Nachdem ein Aufschub für eine Neuzusammensetzung des Gesellschafterkreises bis Oktober d. J. gegeben wurde, beruhigte sich der Markt wieder. Die investive Nachfrage hingegen war rückläufig: Die Zahl der Handelskontrakte sank im Verlauf des Mai um rund 17 Prozent. Bis Ende des dritten Quartals 2018 erwartet die IKB eine Preisbewegung für Primäraluminium um die Marke von 2.300 US-$ je Tonne in einem Band von +300 US-$ je Tonne. Sollten danach dann die Sanktionen gegen Rusal greifen, dürfte die Marke von 2.500 US-$/t überschritten werden, so die IKB. Die Notierung von Recyclingaluminium bewegen sich um rund 400 US-$ je t unter diesen Werten.

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