04. Oktober 2017 | Branche, Technologie, Anwendungen

Schweißen & Schneiden: „Fachlichkeit der Messebesucher sehr gut, Entscheiderdichte auf hohem Niveau“

Sie ist Motor für viele Wirtschaftszweige weltweit, die Füge-, Trenn- und Beschichtungstechnik wird für die Industrie immer entscheidender. Als wichtigstes Forum der Branche hat die Weltmesse Schweißen & Schneiden ihre Position vom 25. bis 29. September 2017 erneut unterstrichen. Die Messe Essen und der DVS – Deutscher Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e. V. als ideeller Träger und langjähriger Partner begrüßten rund 50.000 Besucher aus mehr als 120 Ländern, in diesem Jahr aufgrund der Modernisierung der Messe Essen einmalig in Düsseldorf. Darunter waren vor allem Entscheider aus den Branchen Automobil- und Fahrzeugbau, Schiffsbau, Maschinen- und Anlagenbau, Rohrfertigung und -leitungsbau, Bergbau sowie dem Baugewerbe, der chemischen Industrie und der Herstellung von Metallerzeugnissen, die ein Ordervolumen in Höhe von zwei Milliarden Euro generierten. Damit wurden die Erwartungen der Aussteller an das Messegeschäft deutlich übertroffen.

„Die Fachlichkeit der zahlreichen Messebesucher war sehr gut, und die Entscheiderdichte auf sehr hohem Niveau“, so der Tenor der Aussteller. Dabei spielte der Branche auch die gute wirtschaftliche Lage in die Karten: Die Industrie in der Eurozone wie auch global ist so zuversichtlich wie seit Jahren nicht mehr. Auch in Deutschland bleibt sie auf Wachstumskurs, und der industrielle Mittelstand zeigt sich sogar euphorisch.

Über 1.000 Aussteller aus 41 Nationen haben fünf Tage lang auf der Messe ihre Innovationen präsentiert – insgesamt lag die ausländische Beteiligung bei knapp 64 Prozent. Auch auf Seiten der Besucher verzeichnete die Messe mit 66,3 Prozent eine hohe Internationalität. Zudem lag die

Entscheiderdichte mit 83,0 Prozent über dem bereits sehr guten Wert der Vorveranstaltung (81,2).

Wichtige Trends: Industrie 4.0 und Additive Fertigung

Als Tendenz zeichnete sich dieses Jahr auf der Messe ein wachsendes Interesse der Fachbesucher an Automatisierung und Robotik ab, auch bei manuellen Schweißern: Generell geht der Bedarf in Richtung Connectivity, denn das Thema Industrie 4.0 durchdringt die Branche. Einer der Gründe dafür ist, dass entsprechende Systeme zunehmend erschwinglich werden. Dies trifft in gleichem Maße auf die Additive Fertigung zu, deren Bedeutung in Branchen mit langen Produktlebenszyklen weiter zunimmt. In der Automobil-, Luftfahrt- und Schwermaschinenindustrie hat sie sich bereits durchgesetzt. Auch die Anwendungsbereiche der additiven Fertigung, etwa mittels Lichtbogentechnik, sind in den letzten vier Jahren stetig gewachsen. Die Herstellung von großen und komplexen Strukturen sei ein Trend, der sich auch zukünftig fortsetzen werde, bestätigt Jörg Hildebrand von der TU Ilmenau. Ein zweiter Trend bestehe in der Verarbeitung von unterschiedlichen Werkstoffen zu hybriden Strukturen. Auf der Schweißen & Schneiden stellten Global Player wie Newcomer ihre Innovationen zu diesem Thema vor – beispielsweise eine Maschine zur Oberflächenbehandlung per Auftragsschweißen sowie ein neues Verfahren für die Herstellung von metallischen Bauteilen: Die revolutionäre Produktionstechnologie des 3D-Metalldrucks bietet die Vorteile des dreidimensionalen Drucks nun auch bei Metall.




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