05. Juli 2017 | Branche, Daten/Fakten

Erneut massiver Strompreisanstieg in Deutschland: 11,9 Prozent innerhalb eines Jahres

Der massive Preisanstieg im Strombereich setzt sich fort: 30 Prozent höhere Großhandelspreise aber auch Kostensteigerungen bei den Netzentgelten und der EEG-Umlage lassen den im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlichen Strompreis um 11,9 Prozent steigen. Dies zeigt der aktuell veröffentlichte Strompreisvergleich des VEA.

Steigende Großhandelsnotierungen, Netzentgelte und EEG-Umlage lässt Strompreis ansteigen (Foto: RWE)

Energiekosten – neben den Umlagezahlungen – weiter nach oben treibt. Der nun ermittelte Anstieg um 11,9 Prozent zeigt jedoch eine neue Kostendimension“, erklärt Dr. Volker Stuke, Hauptgeschäftsführer des VEA. Damit setzt sich der Trend eines ansteigenden Strompreises - um 1,3 Prozent im August 2016 und 6,5 Prozent im Januar 2017 - konsequent fort. „Zum Leidwesen des deutschen Mittelstandes“, ergänzt Stuke.

„Energiefragen sind gerade für kleinere und mittlere Unternehmen längst auch erhebliche Kostenfragen. Da ein Rückgang des Strompreises derzeit nicht abzusehen ist, müssen Unternehmer selbst aktiv werden“, empfiehlt Stuke. Hier setzt eine professionelle Energieberatung an. So sind schnelle und unkomplizierte Ausschreibungen bspw. über den vom VEA betriebenen Marktplatz VEA-Online (www.vea-online.de) möglich.

Der gesamtdeutsche Durchschnitt für Strom liegt aktuell bei 15,09 Ct/kWh, wobei in keinem der 50 untersuchten Netzgebiete der Preis gesunken ist. Den geringsten Preisanstieg verzeichnet ED Netze in Rheinfelden (+7,0 Prozent), gefolgt von Netz BW in Karlsruhe (+7,4 Prozent) und Westnetz in Wesel (+8,3 Prozent). Mit einem Preisanstieg von 17,9 Prozent führt die Main-Donau Netzgesellschaft in Nürnberg die Statistik an. Die Preise im SWB Netz in Bielefeld erhöhten sich um 17,4 Prozent, im Netz des Bayernwerks in Regensburg um 17,3 Prozent.

Der Preisvergleich zeigt zudem, dass sich die prozentuale Differenz zwischen Ost und West um 0,2 Punkte auf 8,8 Prozent verringert hat. Mit Kosten von durchschnittlich 16,13 Ct/kWh liegt das Preisniveau in den neuen Bundesländern jedoch nach wie vor deutlich über dem der alten Bundesländer (14,83 Ct/kWh).

Der VEA-Preisvergleich umfasst insgesamt 50 große Netzgebiete in Deutschland. Damit wird ein erheblicher Teil des deutschen Stromnetzes abgedeckt. Die Reihenfolge basiert auf dem arithmetischen Mittel ohne Gewichtung der bekannten 15 mittelspannungsseitig versorgten Abnahmefälle. Im Preisvergleich nicht enthalten sind Strom- und Mehrwertsteuer. 

Über den VEA

Seit über 65 Jahren berät der VEA Unternehmen aus der mittelständischen Wirtschaft und des öffentlichen Sektors in allen Fragen der Energiekostenreduzierung und des Energiemanagements. Mehr als 4.500 Mitglieder im gesamten Bundesgebiet vertrauen auf die hohe Fachkompetenz und Unabhängigkeit des VEA bei der Strom- und Gasbeschaffung, beim Prüfen von Rechnungen und Verträgen sowie der Energie-Effizienz. Die vom Bundesverband veröffentlichten Preisvergleiche geben regelmäßig einen fundierten Überblick über die Preisentwicklungen auf dem Energie- und Wärmemarkt.




Anmelden
Abonummer