14. Juni 2017 | Branche, Technologie, Daten/Fakten

VDMA Thermoprozesstechnik: Deutschland erhöht Marktanteil bei rückläufigem Welthandel

Die Umsätze der deutschen Thermoprozesstechnik-Branche gingen 2016 das zweite Jahr in Folge mit minus 2 Prozent leicht zurück. Insbesondere auf Märkten außerhalb der EU wurde weniger umgesetzt. Hingegen wies der Saldo mit Kunden aus dem Euroraum ein Plus von 9 Prozent aus, mit Inlandskunden wurde ein im Vorjahresvergleich um 16 Prozent höherer Umsatz erzielt. Gegenläufig gingen jedoch gerade aus den Euro-Ländern und dem Inland im vergangenen Jahr weniger Aufträge ein, was zu einem über alle Regionen verringerten Gesamtdurchschnitt der Auftragseingänge führte (minus 13 Prozent). Die Produktion von Industrieöfen, Brennern und Feuerungen hat sich im vergangenen Jahr in Deutschland nur unwesentlich erhöht (plus 1 Prozent).

Dr. Timo Würz, Geschäftsführer des Fachverbandes Thermoprozesstechnik im VDMA (Foto: Archiv)

Verbessertes Geschäftsklima – 2017 moderater Umsatzzuwachs erwartet

Das Geschäftsklima, das sich im Laufe des Jahres 2016 massiv eingetrübt hatte, hellte sich innerhalb der ersten 4 Monate dieses Jahres stark auf. Der entsprechende ifo-Index der Meldergruppe ‚Industrieöfen und Brenner‘ lag im April 2017 noch einmal über dem positiven Wert zum Jahreswechsel 2015/2016. Seit Herbst letzten Jahres folgt er zudem wieder der Trendbewegung des Gesamt-Maschinenbaus.

„Die Entwicklung der Auftragseingänge und Umsätze im ersten Quartal 2017 zeigt eine im Vorjahresvergleich verbesserte Situation der Thermoprozesstechnik in Deutschland. Beide Indizes haben sich in diesem Zeitraum um rund ein Drittel verbessert“, erläutert Dr. Timo Würz, Geschäftsführer des Fachverbandes Thermoprozesstechnik im VDMA. „Die Teilnehmer an der aktuellen Konjunkturumfrage des Fachverbandes halten auch für das laufende Jahr insgesamt moderate Umsatzsteigerungen für denkbar. Im Durchschnitt gehen sie dabei von plus 4 Prozent aus“, ergänzt Würz.

 

Weltmarkt schrumpft 2016

Um 11 Prozent ging der Welthandel* mit Thermoprozess-Equipment 2016 insgesamt zurück – auf ein Volumen von knapp 8,5 Milliarden Euro. Die 5 großen Lieferländer – Deutschland, China, Italien, USA und Japan – hatten ausnahmslos Exportrückgänge zu verzeichnen. Die Ausfuhren aus China verringerten sich um 12 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro, Lieferungen aus Deutschland um 2 Prozent auf ein Exportvolumen im Wert von knapp unter 1,5 Milliarden Euro. Deutschland blieb damit Weltmarktführer und konnte seinen Marktanteil auf 19 Prozent ausbauen.

Wachsende Exporte aus Deutschland nach Zentral-, Süd- und Südostasien

Über ein Drittel der Lieferungen aus Deutschland heraus (36 Prozent) gingen 2016 in die Länder der EU28, wobei das Wachstum im Vergleich zum Vorjahr mit 2 Prozent eher gering ausfiel. Erneut zurückgegangen sind die Ausfuhren in die übrigen europäischen Märkte (minus 21 Prozent), wobei insbesondere die Lieferumfänge nach Russland und in die Türkei (minus 38 / minus 23 Prozent) ins Gewicht fielen. Positiv entwickelten sich die Lieferungen nach Zentral- und Südasien sowie Südostasien (plus 73 / plus 21 Prozent). Der größte Zuwachs ergab sich in diesen Regionen aus der Exportsteigerung in Märkte wie Indien (plus 38 Prozent), Usbekistan (plus 331 Prozent), Indonesien (plus 215 Prozent), Malaysia (plus 25 Prozent) und Thailand (plus 13 Prozent).

Lieferungen nach China und in die USA entwickelten sich gegenläufig

Das dritte Jahr in Folge wuchsen die Ausfuhren in die USA (plus 16 Prozent), dem damit zweitgrößten Abnehmer von Thermoprozesstechnik aus Deutschland. Die Lieferungen in das nach wie vor größte Abnehmerland China verringerten sich zum zweiten Mal in Folge (minus 27 Prozent). Nachdem noch 2015 der Anteil deutscher Exporte nach China und in die USA im Verhältnis von 16 zu 9 Prozent standen, haben sich die Anteile der Liefervolumen 2016 stark angeglichen auf nunmehr 12 und 11 Prozent.

 

*Weltweite Exportdaten 2017 liegen noch nicht vollständig vor.

 

 




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