Hütten- und Walzwerkeinrichtungen: Zaghafter Aufwärtstrend auf niedriger Vorjahresbasis

Vor dem Hintergrund der stark gesunkenen Umsatzbasis des Jahres 2015 ergab sich für die deutsche Branche der Hütten- und Walzwerkeinrichter im Jahr 2016 ein Umsatzwachstum von 17 Prozent. Die Auftragseingänge blieben jedoch im Jahresverlauf 2016 überwiegend unter den Vergleichswerten aus dem Vorjahr. Dies betraf alle Regionen, sodass im Jahresdurchschnitt für die Hersteller des metallurgischen Maschinen- und Anlagenbaus ein Auftrags-Minus von durchschnittlich 5 Prozent resultierte. Das Produktionsniveau lag entsprechend der Umsatzentwicklung im Jahr 2016 mit einem Gesamtwert von knapp über 1,6 Milliarden Euro um 8 Prozent über dem Vorjahr.

Neue Automobilllinie von Hydro in Grevenbroich (Foto: Hydro)

„Im vergangenen Jahr abgeschlossene Anlagenprojekte mit langer Durchlaufzeit, in Verbindung mit einer sehr niedrigen Vorjahresbasis, ergaben in der Gesamtschau des Jahres 2016 für die Branche der Hütten- und Walzwerkeinrichter ein Umsatzplus von 17 Prozent. Dies mag darauf hindeuten, dass die Bodenbildung eingesetzt hat und in diesem Jahr die Talsohle durchschritten werden könnte“, erläutert Dr. Timo Würz, Geschäftsführer des VDMA Fachverbandes Hütten- und Walzwerkeinrichtungen.

Welthandel schrumpft 2016 zum vierten Mal in Folge

Die Exporte der 5 großen Lieferländer der Branche – Italien, China, Deutschland, Japan und USA – waren 2016, wie im Vorjahr, insgesamt weiter rückläufig. Im Durchschnitt gingen diese um 9 Prozent zurück. Der Welthandel war mit minus 13 Prozent* allerdings noch stärker rückläufig. Deutschland blieb nach Italien und China mit einem Ausfuhrvolumen im Wert von 517 Mio. Euro drittgrößter Exporteur weltweit**. Mit einem Rückgang der Ausfuhren aus Deutschland um nahezu ein Drittel (minus 30 Prozent) gegenüber dem Vorjahr hat sich der Abstand zum Weltmarktführer Italien (988 Mio. Euro) und China (967 Mio. Euro) 2016 vergrößert. Allerdings gingen auch die weltweiten Lieferungen aus China heraus um fast 10 Prozent zurück. Der seit 2012 stetige Rückgang der chinesischen Weltexporte sowie Sondereffekte im Handel mit Algerien haben dazu geführt, dass zum ersten Mal seit fünf Jahren italienische Exporte wieder das Welt-Ranking anführen.

Exporte aus Deutschland in große Abnehmermärkte 2016 stark rückläufig

Auf den Lieferdurchschnitt der deutschen Hütten- und Walzwerkhersteller drückten 2016 insbesondere die stark gesunkenen Ausfuhren in die beiden größten Abnehmermärkte, nach China (minus 57 Prozent) sowie in die USA (minus 41 Prozent). Den drittgrößten Umfang hatten im vergangenen Jahr Exporte nach Russland, die mit 14 Prozent ebenfalls rückläufig waren. Diese drei Märkte stehen für nahezu 40 Prozent der Ausfuhren aus Deutschland.

Während der Handel mit Italien (plus 3 Prozent), dem größten europäischen Handelspartner, sowie mit Belgien (plus 52 Prozent) und Polen (plus 18 Prozent) über Vorjahresniveau lag, bezogen eine Reihe von Ländern der EU28 deutlich weniger metallurgisches Equipment aus Deutschland, so auch Frankreich, Österreich und Spanien (minus 34 / minus 26 / minus 39 Prozent). Durchschnittlich gingen die Lieferungen in die Länder der EU28 um ein Fünftel zurück. Zugelegt haben die Exporte nach Japan (plus 940 Prozent), nach Mexiko (plus 64 Prozent) und nach Südostasien (plus 33 Prozent) – wenn auch auf niedriger Basis. Diese Länder bzw. Regionen haben 2016 metallurgisches Equipment im Wert von insgesamt 43 Mio. Euro aus Deutschland erworben.

Der ifo Geschäftsklima-Index der Meldergruppe ‚Hersteller von Hütten- und Walzwerks-anlagen‘ war zum Jahreswechsel – zum ersten Mal seit Mitte 2014 – vom negativen auf einen positiven Wert gestiegen. Auch wenn er im März wieder in den negativen Bereich zurückfiel, liegt er damit dennoch über dem Niveau der Indexwerte der vergangenen zwei Jahre. So schätzen die ifo-Umfrageteilnehmer auch ihre Wettbewerbsposition auf Auslandsmärkten außerhalb der EU seit Anfang 2017 weitaus positiver ein als noch Mitte des Vorjahres.

2017 zaghafter Aufwärtstrend auf niedriger Vorjahresbasis

Zum Frühjahr hellte sich die Stimmung der Branche ein wenig auf. Die Exportdaten der Monate Januar und Februar 2017 zeigen aufwärts (plus 18 Prozent) und das Ergebnis der Konjunkturumfrage des VDMA Fachverbandes Hütten- und Walzwerkeinrichtungen lässt auf etwas mehr als eine schwarze Null für dieses Jahr hoffen. „Die Hersteller von metallurgischem Equipment sehen sich nun besser gerüstet, in Zeiten rarer Großprojekte mit modularen Anlagenkonzepten, Services und innovativen, digitalen Lösungen punkten zu können. Dies kann die Aussichten der Branche auch im Handel mit China wieder verbessern“, kommentiert Würz die Situation.

 

 




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