11. April 2017 | Branche

Schweizer Aluminiumindustrie mit höherer Wertschöpfung 2016 – weitere Verbesserung im laufenden Jahr erwartet

Durch den anhaltend starken Franken ist die Schweizer Aluminiumindustrie nach wie vor gefordert. Doch dank ungebrochener Innovationskraft und betrieblicher Restrukturierungsmaßnahmen, so der Aluminium-Verband Schweiz, wiesen viele Firmen 2016 eine höhere Wertschöpfung auf. Die Entwicklungen im laufenden Jahr lassen eine weitere Verbesserung erwarten. Bei den Auftragseingängen konnten die Schweizer Aluminiumpresswerke im ersten Quartal 2017 um 12 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zulegen.

In den ersten drei Monaten dieses Jahres konnten die Schweizer Aluminiumpresswerke bereits eine Steigerung von 12 Prozent beim Bestellungseingang verzeichnen. (Foto: Alu Menziken Holding)

Die produzierten Tonnagen der Schweizer Walz- und Presswerke haben sich 2016 gegenüber dem Vorjahr nicht verändert und liegen nach wie vor bei 227.000 Tonnen. Dagegen konnte die Wertschöpfung erhöht werden; in erster Linie durch neue, innovative Entwicklungsverfahren und erfolgreich eingeführte Automatisierungsprozesse in der Fertigung. Die rund 70 im Aluminium-Verband Schweiz (alu.ch) zusammengeschlossenen Unternehmen exportieren rund 80 Prozent in den Euroraum. Die negative Wechselkurssituation drückte auch 2016 auf die Margen und sorgte für einen hohen Preisdruck in einzelnen Anwendermärkten, doch kam es zu keinen größeren Personalkürzungen. Vielmehr wurden neue Arbeitsplätze im Entwicklungsbereich an den Schweizer Standorten geschaffen.

Gemäß einer Umfrage unter den Verbandsvorständen war 2016 für einige Mitgliedsfirmen gar ein Rekordjahr mit starken Umsatzsteigerungen. Für die größten Zuwachsraten sorgten dabei das Transportwesen und der Flugzeugbau. Aus der Luftfahrt konnten auch die Schweizer Oberflächenveredler 2016 wieder die meisten Neuaufträge mit anodisierten Aluminiumoberflächen zur Erhöhung der Korrosions- und der Verschleißbeständigkeit verzeichnen. Die Aufträge aus dem Bauwesen bewegten sich auf stabil hohem Niveau. Im Verpackungsbereich stagnierten die Ablieferungen bei den Aluminiumfolien und die Nachfragen aus dem Lebensmittel- und Pharmamarkt verhielten sich leicht rückläufig.

In den ersten drei Monaten dieses Jahres konnten die Schweizer Aluminiumpresswerke bereits eine Steigerung von 12 Prozent beim Bestellungseingang im Vergleich zur Vorjahresperiode verzeichnen. Die Auftragslage aus der Automobilbranche für Pkw bewege sich auf stabil hohem Niveau, so der Verband. Auch der Nutzfahrzeugbereich mit Schienenfahrzeugen, Lkw sowie Bussen entwickele sich gut. Für volle Auftragsbücher sorge die Luftfahrtindustrie. Aus dem Bauwesen bewege sich die Nachfrage im ersten Quartal bereits auf hohem Niveau. Im weiteren Jahresverlauf wird hier nochmals mit einem Auftragsplus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr gerechnet. Vor allem aus dem Architektur-Fassadenbau seien bereits viele Zusagen für interessante Objektaufträge eingegangen. Aus der Verpackungsindustrie zeichne sich eine stagnierende Nachfrage in der Schweiz ab, umso mehr liegt die Hoffnung auf den Exportmärkten.

Mit leichten Auftragssteigerungen für die Schweizer Aluminiumbranche lässt sich eine Konsolidierung der beiden Anwendermärkte Elektrotechnik und Maschinenbau feststellen. Darüber hinaus sorgt die Rüstungsindustrie für Neuaufträge. Eine hohe Nachfrage erfährt die Branche aus der Elektromobilität für die Entwicklung und Herstellung von Elektromotor-Bauteilen und Batteriegehäusen sowie Leichtbaustrukturteilen. Ob dieser Boom anhält, hängt davon ab, in welcher Größenordnung sich die Elektromobilität in der Fahrzeugindustrie durchsetzen wird. Derzeit sorgt die Technologie für eine regelrechte Goldgräberstimmung in der Branche, so der Schweizer Alu-Verband.

 




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